Der BMI ist die meistgenutzte und meistmissverstandene Gesundheitszahl. Er wurde für Bevölkerungsstatistik entwickelt, nicht für Einzelpersonen – und genau da liegt das Problem: Für Gruppen ist er ein guter Indikator, für Sie persönlich kann er völlig danebenliegen.
Die Formel
BMI = Gewicht (kg) ÷ Größe (m)²
Beispiel: 78 kg, 1,80 m → 78 ÷ 3,24 = 24,1. Mit Pfund und Zoll: Gewicht (lb) ÷ Größe (in)² × 703. Der BMI-Rechner nimmt beide Einheiten und zeigt den Normalbereich für Ihre Größe.
Die WHO-Kategorien
| BMI | Kategorie |
|---|---|
| unter 18,5 | Untergewicht |
| 18,5–24,9 | Normalgewicht |
| 25–29,9 | Übergewicht |
| 30–34,9 | Adipositas Grad I |
| 35–39,9 | Adipositas Grad II |
| ab 40 | Adipositas Grad III |
Für asiatische Bevölkerungsgruppen empfiehlt die WHO niedrigere Schwellen (23 und 27,5), weil gesundheitliche Risiken dort bei niedrigerem BMI beginnen.
Wann der BMI nichts aussagt
- Muskelmasse. Ein Kraftsportler mit 95 kg auf 1,80 m hat BMI 29 – „Übergewicht“ – bei 12 % Körperfett.
- Alter. Ab 65 verschiebt sich der gesunde Bereich nach oben (etwa 23–28); leicht erhöhter BMI ist dann eher schützend.
- Kinder und Jugendliche. Feste Grenzwerte gelten nicht; es zählen alters- und geschlechtsspezifische Perzentile.
- Schwangerschaft und starke Wassereinlagerungen.
- Körperbau. Sehr große oder sehr kleine Menschen werden von der Quadrat-Formel systematisch verzerrt.
Was den BMI ergänzt
Taillenumfang (Risiko ab 88 cm bei Frauen, 102 cm bei Männern) misst das gefährliche Bauchfett, das der BMI nicht sieht. Taille-zu-Größe-Verhältnis unter 0,5 ist die einfachste Faustregel. Körperfettanteil per Waage oder Caliper ist ungenau, aber im Verlauf aussagekräftig.
Häufige Fragen
Ist BMI 25 schon ein Gesundheitsrisiko?
Statistisch beginnt das Risiko dort leicht zu steigen; für eine Einzelperson sagt die Zahl allein wenig. Taillenumfang, Blutwerte und Fitness sind wichtiger.
Welcher BMI ist ideal?
Die niedrigste Sterblichkeit liegt in Studien bei etwa 22–25 – mit breiten Streuungen je nach Alter.
Sollte ich mein Gewicht nach dem BMI planen?
Als grobe Orientierung ja, als Ziel nein. Mit dem Kalorienrechner lässt sich ein realistischer Bedarf ableiten.
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